Kreuzbandriss

Der Kreuzbandriss zählt zu den häufigsten Verletzungen im Kniebereich.

Es gibt ein vorderes und ein hinteres Kreuzband; wesentlich häufiger ist das vordere Kreuzband von einem Riss betroffen, meist durch Sportverletzungen. Ein unbehandelter Kreuzbandriss führt zu einer Instabilität im Kniegelenk, in deren weiterer Folge Meniskusrisse auftreten, wodurch wiederum typische Spätfolgen wie Knorpelschäden und frühe Abnützungen (Arthrose) des Kniegelenks entstehen.

Welche Symptome treten nach einem Kreuzbandriss auf und wie wird ein Kreuzbandriss diagnostiziert?

Ein Kreuzbandriss wird durch ein „Verdrehen“ oder auch „Wegknicken“ des Kniegelenks hervorgerufen, am häufigsten bei sogenannten Stop-and-Go Sportarten wie Fußball, Tennis, Volleyball und Basketball oder beim Skifahren. In manchen Fällen können Betroffene den Kreuzbandriss auch hörbar, als „Schnappen“, wahrnehmen. Das Knie schwillt meist (nicht immer!) stark an und man hat in weiterer Folge das Gefühl, „ins Leere zu treten“ oder das Knie knickt weg. Manche Patienten haben nur unter sportlicher Belastung oder während Anstrengung ein Instabilitätsgefühl. Der erfahrene Arzt kann den Kreuzbandriss mit einer eingehenden klinischen Untersuchung und natürlich mit bildgebenden Verfahren (MRT) diagnostizieren.

Welche Behandlung ist notwendig?

Wichtig ist, dass nach der Erstuntersuchung im Unfall-bzw. Akutkrankenhaus, eine möglichst rasche Vorstellung beim Kniepezialisten erfolgt. Weiterführende Untersuchungen (MRT, eventuell CT) können dann rasch organisiert werden.

Je nach Schwere der Verletzung muss das Kreuzband operativ oder konservativ in Form einer Physiotherapie behandelt werden. Wird der Kreuzbandriss früh diagnostiziert, das heißt innerhalb von 2 Wochen, kann ein rein arthroskopischer Eingriff erfolgen, bei dem das Kreuzband wieder am Ansatz fixiert wird (Reinsertion, internal bracing).

Liegt die Verletzung länger zurück, so ist eine Rekonstruktion mit einer körpereigenen Ersatzsehne erforderlich. Hier stehen mehrere Methoden zur Verfügung, mit dem Ziel einer individuellen, auf den Patienten abgestimmten Kreuzbandoperation, zu erlauben.

Als Beispiel sind folgende Techniken zu erwähnen:

  • All Inside Technik: diese Operation ist minimal- invasiv, knochenschonend und verursacht weniger Schmerzen im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden.
  • Bone-Tendon-Bone = BTB: Kreuzbandersatz mit Knochenblöcken und einem Teil der Patellarsehne mit besonders schneller Einheilung.

Eine genaue Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten erfolgt beim Kniespezialist im Sportorthopädie Zentrum.

Wie lange dauert die Heilung?

Nach einer Operation nimmt die Einheilung der Sehne je nach Technik circa sechs bis acht Monate in Anspruch. In Abhängigkeit von Begleitverletzungen (Meniskusriss, Knorpelschaden) erfolgt eine Ruhigstellung und Entlastung des Kniegelenks.

Begleitend wird bereits kurze Zeit nach der Operation eine Physiotherapie durchgeführt. Zur rascheren Regeneration kann auch die milde hyperbare Sauerstofftherapie, die LASER- oder auch die Eigenbluttherapie eingesetzt werden. Die volle Sportfähigkeit -Return to Sport- ist nach muskulärem Wiederaufbau und sportartspezifischem Rehabilitationstraining erreicht.