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Knochenmarks­ödem und Hüftkopf­nekrose

Durchblutungsstörungen können zum Knochenmarksödem und zur Hüftkopfnekrose führen.

Besonders schwierig ist die Unterscheidung zwischen dem von selbst verschwindenden Knochenmarksödem, eine Flüssigkeitsansammlung im Bindegewebe des Knochens und den Anfangsstadien einer Hüftkopfnekrose, eine schwere Knochenerkrankung des Hüftgelenks, welche sich sowohl klinisch als auch in der Bildgebung ähneln.

Was ist ein Knochenmarksödem und wer ist betroffen?

Die übermäßige Ansammlung von Flüssigkeit im Knochenmark wird als Knochenmarksödem bezeichnet. Ursachen dafür sind Überlastung oder Verletzung, Durchblutungsstörungen oder andere Erkrankungen wie zum Beispiel als Begleiterscheinung der Gelenksabnutzung. Häufig treten Knochenmarksödeme der Hüfte bei Männern im 5. bis 6. Lebensjahrzehnt und bei Frauen in der Schwangerschaft auf.

Was ist eine Hüftkopfnekrose und wer ist betroffen?

Als Hüftkopfnekrose wird das Absterben von Teilen des Hüftkopfes welche ohne Therapie meist zur großflächigen Zerstörung der Gelenkfläche führt. Verantwortlich dafür ist eine verminderte Durchblutung des Hüftkopfes aus unterschiedlichen Ursachen.

Meist sind Männer zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr betroffen. Ein beidseitiger Befall tritt in 30-70% der Fälle auf. Hauptrisikofaktoren sind eine lang dauernde Kortisontherapie, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen. Die Hüftkopfnekrose stellt neben der Hüftdysplasie und dem femoro-acetabulären Impingement eine der häufigsten Ursachen für die Ausbildung der Coxarthrose im mittleren Alter dar.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die frühen Stadien der Hüftkopfnekrose führen oft zu wenig Beschwerde sodass Patient:innen oftmals erst bei schon deutlicher Schädigung mit Hüftschmerzen beim Gehen in der Praxis vorstellig werden. Ein sorgfältiges diagnostisches Vorgehen ist insbesondere in der Anfangsphase der Erkrankung von großer Bedeutung, um durch eine möglichst frühzeitige Therapie eine weitere Schädigung abzuwenden.

Die Magnetresonanztomographie ist die Methode der Wahl zur Diagnose einer Hüftkopfnekrose. Sie erkennt die Erkrankung schon in den Anfangsstadien und erlaubt dadurch eine frühzeitige Therapie. Im Verlauf der Erkrankung kommt es auch im Röntgen zu typischen Veränderungen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Durch Entlastung werden die körpereigenen Regenerationsprozesse unterstützt und ein Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten. Die hyperbare Sauerstofftherapie sowie die medikamentöse Therapie mit Bisphosphonaten oder Infusionen mit Prostaglandin-Analoga zeigen gute Behandlungserfolge.

Im langfristigen Verlauf spielt auch die Änderung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, Reduktion des Alkoholkonsums, Einstellen des Rauchens) eine wichtige Rolle. Sollte die Erkrankung auf konservative Behandlungsmethoden nicht ansprechen, so kann in frühen Krankheitsstadien die Hüftkopfanbohrung zur Heilung führen. In fortgeschrittenen Stadien mit Zerstörung der Gelenkfläche bringt der künstliche Gelenkersatz wieder schmerzfreie Mobilität.